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[theory zone] Soundstudies

Soundstudies – “Denken mit den Ohren”

„Sound Studies“, ein zunehend bedeutender, sich entwicklender Bereich wissenschaftlicher Arbeit zu Sound, als Klammer dafür, Klang, nicht bloß als physikalische, Größe, natürlichen Ursprungs mit Eigenheiten und/oder Gegenstand ästhetischer (ästehtisierter) Wahrnehmung.

Ein Begriff, stark vom Ansatz der Cultural Studies geprägt, vielschichtig und von vielen Disziplinen durchdrungen und sich differenziernd über die aus ihnen Zugängen wachsenden, Theorie und Forschungsbereiche. Zentral dabei ist Hören als Praxis zu entwickeln, sensorisch, aber auch aisthetisch, verstehend, empfindlicher und gewahrsamer zu werden, um Hören zu einem Sinn weiter zu entwickeln, zu einem Sinn über uns.

Soundstudies beinhalten Klangforschung im engeren Sinn ebenso, wie Klangrezeption bzw. Rezeptionskulturen, Äusserungskulturen, während immer kulturwissenschaftliche, Cultural Studies Zugänge ebenso, wie z.B. Psychoakustik, Kommunikation, Macht, Architektur, Musik, Film, oder Fragen nach Globalisierung und auditiver Vielfalt, oder die Reflexion über Soundmarks und deren Bedeutung für Identität und / oder als Informations- bzw. Bedeutungshalter, als Spiegel gesellschaftlicher Aktivität und somit wieder als Information, die akustisch kommuniziert wird, obgleich unklar ist, inwiefern das bewusst wahrgenommen wird, bzw. integriert wird.

Der Basiskurs Soundstudies nähert sich dem Begriff teils mittels historischem Überblick über die Entstehung des Begriffs, kontextualisiert über die Zeit.

„Denken mit den Ohren“, wird unser gemeinsames, zentrales Werkzeug, das zu entwickeln, jeweils individuell, auf Basis eigener, individueller Erfahrungen, die aus Übungen und Aufgaben resultieren werden, ergänzt durch Teils gemeinsame, Teils individuelle Lektüre, ebenso wie durch internen Austausch von Hörprotokollen, Situationsbeschreibungen etc.

Klang ist überall und wir nehmen Schall immer wahr, auch wenn uns das nicht bewusst ist, andererseits haben wir Begriffe wie süße Klänge oder Lärm, bedeutsam und doch wenig bedeutsam, wenn es um Intersubjektives geht oder sozial verhandelt wird.

Sprechen und Schreiben über was und wie wir hören ist die Übung an einem Werkzeug, das am Hörsinn mit anderen gemeinsam wachsen kann, das gehörte Versetehn, sozial, aber auch räumlich. Örtlich situativ. Letzteres ist zumal für Lehrende wichtig, da akusitische Qualität und Aufmerksamkeit in Klassen deutlich korellieren.

Soundstudies hat aber auch Bedeutung innerhalb der Zeitbasierten Medien(Gestaltung), in Medienkultur, Interface-Kulturen uvm.

Für den gemeinsamen Einstieg werden wir zentral auf vier Bücher zurückgreifen:

Soundstudies (Auinger Schulze et al.)

Tuning of the World – Die Ordnung der Klänge (Murray Schaefer)

Sonic Experience (Augoyard)

Acoustic Territories (Brandon Labelle)

 

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